Mit dem beri-boy 3D-Drucker können Sie heute schon viele gängige industrielle Kunststoffe im Additiven Fertigungsverfahren (3D-Druck) verarbeiten. In dieser Übersicht möchten wir deutlich machen, welche Eigenschaften die jeweiligen Materialien haben und wo die Vor- und Nachteile liegen. Die beri-boy Plattform ist dafür konzipiert, durch Hardwareupgrades und softwaretechnische Anspassungen das Maximum aus dem FFF-Verfahren herrauszuholen und mit Ihren Ansprüchen wachsen zu lassen. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet dabei stetig daran, das Materialportfolio für den beri-boy zu erweitern. Sollte Ihr gewünschter Werkstoff noch nicht aufgeführt sein, kontaktieren Sie uns bitte und wir schätzen für Sie die Machbarkeit dafür ab. Zum jetzigen Stand können wir Ihnen die prozesssichere Verarbeitung folgender Materialien anbieten: ABS, Nylon/PA12, Nylon/PA12 GB30, PC, PLA, PET, HIPS.

Ratgeber Materialien im 3D-Druck

Folgend gehen wir auf die Eigenschaften der Materialien im 3D-Druck einzeln ein.

ABS 3D-drucken

ABS steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol und gehört zu den Standardkunststoffen im 3D-Druck.

  • Hohe Oberflächenhärte, Zähigkeit und Festigkeit (+)
  • Alterungsbeständig (+)
  • Behält bis ca. 100°C Steifheit (+)
  • Formbeständigkeit nach MARTENS wird mit 66° bis 78°C angegeben (+)
  • Nicht bruchsicher (-)

PA (Nylon) 3D-drucken

Mit dem beri-boy können Sie zwei Polyamide, PA12 und  PA12GB30, drucken. Polyamide haben aufgrund ihrer hohen mechanischen Festigkeit viele Metallteile im Fahrzeugbau verdrängt, was ihr Haupteinsatzgebiet ist.

  • Hohe Festigkeit, trotzdem relativ flexibel (+)
  • Gute Abrieb- und Verschleißfestigkeit (+)
  • Bruchsicher (+)
  • Kostenintensiv (-)

Polyamide können relativ viel Wasser aufnehmen. Die daraus resultierende Volumenzunahme ist bei der Konstruktion zu berücksichtigen. PA 12 weist im Vergleich zu anderen Polyamiden die geringste Wasseraufnahme auf. Zu beachten ist ebenfalls, das PA nicht auf jedem Druckbett zu drucken ist. PA12GB30 ist mit Glaskugeln verstärktes PA12. Die Schlagzähigkeit sowie Flexibilität wird nochmals erhöht. Durch die Zugabe von Glaskugeln wir der Einsatz eines größeren Düsendurchmessers (ab 0,6mm) empfohlen.

PA12 ist als Stützmaterial wegen seiner hohen Layerhaftung eher ungeeignet und kann nur schwer vom Objekt entfernt werden.

PC (Polycarbonat) 3D-drucken

  • Hohe Wärmeformbeständigkeit (+)
  • Sehr widerstandsfähig, wird z.B. für kugelsicheres Glas verwendet (+)
  • Bruchsicher (+)
  • Im Vergleich zu ABS kratzfest (+)
  • Vergilbt mit der Zeit durch UV-Strahlung (-)
  • Kostenintensiv (-)

Es empfiehlt sich, bereits eine gewisse Erfahrung im 3D-Druck zu haben, bevor Sie Polycarbonat drucken. PC wird bei sehr hoher Drucktemperatur (bis 280°C) aufgetragen. Durch die hohe Temperatur sollten sie auf mögliche Blasenbildung achten. Vermeiden Sie, wenn möglich, große Hohlräume und dünne Wände.

PLA 3D-drucken

Polyactide (PLA) oder auch Polymilchsäuren ist einer der am häufigsten verwendeten Kunststoffe für 3D Drucker. Aufgrund seiner gut zu verarbeitenden Eigenschaften ist PLA Filament vor allem für Einsteiger zu empfehlen.

  • Drucktemperatur 190°C – 220°C (+)
  • Kein beheizbarer Innenraum nötig (+)
  • Geruchsneutral und umweltfreundlich (+)
  • Kostengünstig (+)
  • Schmelztemperatur bei ca. 150°C (-)

Mit PLA können Sie günstig und schnell Prototypen drucken. Außerdem geeignet sind Teile, die keiner besonderen mechanischen Belastung ausgesetzt sind.

PET (G) 3D-drucken

PET (G) ist ein PET (Polyethylenterephthalat) welches mit Glykol modifiziert wurde. PET (G) wird im aufgeschmolzenen Zustand flüssiger und kann zum 3D Drucken verwendet werden.

  • Chemikalienbeständig gegenüber verdünnten Säuren, aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen, Ölen, Fetten und Alkoholen, jedoch nicht gegenüber halogenierten Kohlenwasserstoffen und Ketonen. Unbeständig gegenüber heißem Wasser und Alkalien.
  • Lebensmittelecht (+)
  • Kostengünstig (+)

Optisch ist das Material sehr ansprechend und die Layerhaftung im Druck ist sehr stark. Es ist somit als Einsteigermaterial geeignet. PET (G) ist als Stützmaterial wegen seiner hohen Layerhaftung eher ungeeignet und kann nur schwer vom Objekt entfernt werden.

HIPS 3D-drucken

HIPS hat generell ähnliche Eigenschaften wie ABS, da es ebenfalls ein Polystyrol (PS) ist. HI (high-Impact) steht für hohe Schlagzähigkeit

  • Hohe Schlagzähigkeit (+)
  • Wärmeformbeständig bis ca. 80°C
  • Als auswaschbares Stützmaterial durch Lemonenkonzentrat geeignet (+)
  • Ausbleichung durch langzeit UV-Strahlung (-)

HIPS ist löslich und wird daher häufig als Stützmaterial für ABS verwendet. Ein beheizbares Druckbett ist absolut notwendig, da sich HIPS sonst verformt.