Wo geht es hin in der Additiven Fertigung? Diesen Fragen sind wir am 1. und 2. März auf der „Additive Manufacturing“ in Berlin nachgegangen. Nachfolgend gehen wir auf die wichtigen diskutierten Themen ein.

Vorträge AFM 2017 Berlin

Prozesssicherheit im 3D-Druck

Ein Haupthindernis im 3D-Druck für Maschinenbauer und Entwickler ist die Prozesssicherheit des Druckvorgangs. Wie kann ich sicherstellen, dass ein Bauteil die qualitativen Anforderungen erfüllt, obwohl es gedruckt wird? Wie kann ich sicherstellen, dass an verschiedenen Standorten auf unterschiedlichen Druckern dasselbe Ergebnis gedruckt wird? Diese Anforderung an Reproduzierbarkeit im 3D-Druck wird derzeit noch nicht Genüge getan. Was aber sind nun die entscheidenen Kriterien für Prozesssicherheit? Diese wurden in Berlin viel diskutiert, wobei 2 Merkmale im Vordergrund standen:

Neue Filamente für den 3D-Druck

Der Markt der Filamente wächst stetig weiter. Es gibt Möglichkeiten zur Zertifzierung und klare Unterscheidungsmerkmale in der Qualität. Hauptaufgabe ist, den Überblick zu behalten und im Blick zu haben, welche Weiterentwicklungen es in den jeweils relevanten Bereichen gibt. Beispielsweise kommen immer mehr Filamente mit Kunstoff-Metall Verbindungen auf den Markt. Sind diese für geplante Bauteile relevant und geeignet? Auch werden immer mehr Kunststoffe mit geringen Shore-Härten für den 3D-Druck zugelassen. Gibt es vielleicht Bauteile, die durch ein neues Filament lohnenswert zu drucken sind? Diesen Fragen geht der Markt nach.

Der Markt braucht echte Maschinen – Hardware im 3D-Druck

Provokant gesagt: Noch gibt es keinen Drucker, der die Anforderungen an Reproduzierbarkeit wirklich erfüllt. Auch wir bei FEINTECHNIK Rittmeyer sehen dort das größte Entwicklungspotenzial. In diesem Bereich wird der Unterschied zwischen Anspruch und Realität am Deutlichsten sichtbar. Ja, alle Unternehmen möchten on-demand und am besten vor Ort drucken, um Lagerhaltung zu sparen. Ja, alle Unternehmen möchten schneller und flexibler produzieren. Aber oft ist „Drucken“ zu teuer, dauert zu lange oder die Druckqualität ist nicht ausreichend.

Beim Druck von Kunststoffen im FDM-Verfahren ist der Punkt Druckkosten kein Argument mehr. Preislich gesehen sind die 3D-Drucker Maschinensätze deutlich günstiger als beispielsweise CNC Maschinen. Eine Beispiel Kostenrechnung finden Sie in unserem Artikel „Einsparpotenziale im 3D-Druck„.  Auch sind viele Filamente mittlerweile sehr erschwinglich und qualitativ hochwertig. In puncto Schnelligkeit und Qualität gilt es, den richtigen Drucker auszuwählen.

Die deutlich schwierigere Herausforderung sei es, so die einvernehmliche Meinung der Experten, die Druckteile zu identifizieren, bei denen sich 3D-Druck lohnt.

Messestand beriboy 3D drucker

3D-Druckteile

Schön war das Beispiel der Deutschen Bahn: Es gibt unter den Bauteilen „Klone“, „Mutanten“ und „Aliens“.

  • Klone sind solche Teile, die 1:1 anstatt auf einem traditionellen Fertigungsweg auf dem 3D Drucker produziert werden. Zum Beispiel unser 3D-gedruckter Fingerschutz.
  • Mutanten sind solche Teile, bei denen das Teil zunächst für den 3D-Druck optimiert wird.
  • Aliens sind gänzlich neu gedachte Bauteile, die nicht abgeändert, sondern von Grund auf für den 3D-Druck entwickelt worden sind.

Welche Teile kann ich 3D-drucken?

Die Frage der „Sinnhaftigkeit“ stellt sich für jedes Teil neu. Es gilt, auf folgende Parameter zu achten:

  • Materialanforderungen
  • Geometrie
  • Größe des Fertigungsloses
  • Wirtschaftlichkeitsrechnung

Letztlich muss jedes Bauteil in der Funktion mindestens genauso gut sein wie das traditionell gefertigte Teil und zusätzlich in der Wirtschaftlichkeitsprüfung bestehen. Es empfiehlt sich, hier den Vollkostenansatz für Bauteile anzuwenden, da die Ersparnisse oft erst im Gesamtprozess zur Geltung kommen.

3D-Drucker für  den Maschinenbau

Wir haben uns mit dem Anspruch, einen prozesssicheren 3D-Drucker für den Maschinenbau zu entwickeln, in Berlin sehr gut wiedergefunden. Mit dem beri-boy ist es uns gelungen, einen 3D-Drucker für die Industrie herzustellen, der die Anforderungen Reproduzierbarkeit, Flexibilität bei hochwertigen Materialien und Wirtschaftlichkeit, erfüllt. Aber auch für uns gibt es weitere Aufgaben. Wir möchten das erste wassergekühlte Dual Hotend auf den Markt bringen und weitere Kunststoffe zertifizieren. Zusammen mit unseren Partnern in den Bereichen Filamente und Dienstleistung wollen wir weitere Kunden davon überzeugen, dass 3D-Druck im seriösen Maschinenbau einen Platz hat.

Wir freuen uns, Sie an Bord begrüßen zu dürfen!

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